Exkursion nach Trier am 23.09.2000

Am Wochenende 16./17.09.00 regnete es in Strömen, ängstliche Fragestellungen gingen mit Blick zum folgenden Wochenende: "Wenn wir bei unserer Exkursion nach Trier ebenfalls diese Wetter haben sollten., dann ..!"

Am 23.09. fand sich wie jedes Jahr am Tag der Exkursion das strahlende „PLL-Wetter" ein. Die goldene Herbstsonne trug zum guten Gelingen unserer Exkursion nach Trier bei.

Der Weg führte uns zunächst zur Abtei St. Matthias, die 1600 Jahre lebendiges Christentum in Deutschland verkörpert. Frater Augustinus schloß uns die erst im Jahre 1966 entdeckten Albana-Gruft auf, in der sich ein Reliefsarkophag aus der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts befindet. Im Anschluß daran führte uns Frater Augustinus durch das Kloster und zeigte uns insbesondere das ehemalige Dormitorium und das Refektorium des Klosters.

Nach dem Besuch der Abtei St. Matthias erwartete uns das von den Maltesern so vorzüglich zubereitete Mittagessen im Pfarrheim St. Valerius. Den Spüldienst besorgten die an der Exkursion teilnehmenden Väter nach dem Motto: „Gemeinsamer Abwasch fördert Männerfreundschaften".

Der Gang durch das antike, mittelalterliche und moderne Trier begann an der Porta Nigra, dem beeindruckenden Monument aus dem um 170 n. Chr. entstandenen Mauerring. Die Porta Nigra war vom 11. Jahrhundert bis zur Zeit Napoleons I. Teil einer Kirchenanlage. Von der Porta Nigra führte uns der Weg zum Hauptmarkt, wir konnten hier eine Reihe kunst-, religions- und kulturgeschichtlich interessanter Gebäude betrachten. Der römische Cardo Maximus heißt heute "Simeonstraße". Wir sahen die Steipe und das Rote Haus, herausragende Trierer Bürger- und Repräsentationshäuser. Bei der Begegnung mit der Judengasse bewegte uns das Schicksal der Juden, die in unruhigen Zeiten des Mittelalters (Kreuzzüge, Pest) trotz verbriefter Rechte drangsaliert, verfolgt, mißhandelt und getötet wurden. Wir gingen an dem Haus vorbei, in dem Karl Marx aufgewachsen ist und in dem er in seiner Schulzeit lateinische Vokabeln gelernt hat. Wir gedachten des mutigen Jesuiten Friedrich von Spee, der im 17. Jahrhundert gegen den Hexenwahn gekämpft hat.

Eine besonders eindrucksvoller Visite führte uns um und in den Dom, dessen frühesten Bauteile aus der Zeit Kaiser Konstantins stammen, und in die gotische Liebfrauenkirche. Das „carpe diem" des Horatius findet am Dom mit der Aufschrift „nescite horam qua dominus veniet" seine christliche Fortführung. Weitere Höhepunkte unseres Rundganges waren die Besichtigung der Konstantin-Basilika und der Gang zum kurfürstlichen Palais, den Abschluß des Nachmittages erlebten wir dann im Amphitheater. Hier führte uns der Schauspieler Michael Nix vom Keller bis zu zentralen Punkten der Arena in der Gestalt des Gladiators Valerius. Wir erlebten eine Darstellung, die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in den Bann zog und begeisterte. (Sonderbericht in dieser Ausgabe). Nach der Vorführung im Amphitheater ließen wir den eindrucksvollen Tag in vielen Gesprächen ausklingen. Oft wurde die Frage an den Vorstand gerichtet: „Wie wollen Sie bei den Exkursionen der kommenden Jahre das heutige Erlebnis steigern?"

 

Seitenbeginn